Normenkontrollrat Baden-Württemberg stellt neue Studie „Bürokratieabbau bei der Gründung von Genossenschaften“ vor

„Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen, aber auch Ereignisse wie die Pandemie Covid-19, stellen unsere Gesellschaft vor die große Herausforderung, Aufgaben der Daseinsvorsorge neu zu organisieren und anders zu denken. Dazu gehört der Tante-Emma-Laden um die Ecke sowie die Sicherung der Pflege und Kinderbetreuung aber auch der Bau von Pflegeheimen oder bezahlbarem Wohnraum. Genossenschaften sind eine Chance zur Sicherung wichtiger sozialer Strukturen. Deshalb ist es ein Anliegen des Normenkontrollrats Baden-Württemberg, den bürokratischen Aufwand bei der Gründung von Genossenschaften zu senken“, sagte heute die Vorsitzende des Normenkontrollrats Baden-Württemberg, Frau Dr. Gisela Meister-Scheufelen.

Klagen über den bürokratischen Aufwand bei der Gründung von Genossenschaften haben den Rat veranlasst, dieses Thema genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit der Studie wurde Prof. Dr. Reiner Doluschitz, Lehrstuhlinhaber an der Universität Hohenheim und Leiter der Forschungsstelle für Genossenschaftswesen, beauftragt.
Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Bericht zusammengefasst und der Landesregierung übergeben und zur Umsetzung empfohlen. Die wichtigsten Empfehlungen sind, auf einer zentralen Plattform umfassender und kundengerecht über die Gründungsvoraussetzungen einer Genossenschaft zu informieren und die Gründung digital zu ermöglichen. Da aufgrund von EU-Recht künftig die Gründung von Kapitalgesellschaften digital ermöglicht werden muss, sollte die Chance genutzt werden, diese Vereinfachung so früh wie möglich auch für die Gründung von Genossenschaften anzubieten.

Studie des Normenkontrollrats Baden-Württemberg „Bürokratieabbau bei der Gründung von Genossenschaften“ (PDF)